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Alles neu, alles anders: Häuser des Jahres 2012

Bericht von der Jurysitzung am 10. Februar 2012

Wenn ein Architekturpreis zum zweiten Mal vergeben wird, könnte man davon ausgehen, dass bis auf die glücklichen Gewinner alles ähnlich sein wird. Aber – surprise! – dem war überhaupt nicht so. Zunächst gab es beim Wettbewerb „Häuser des Jahres 2012“ mit 223 Einreichungen wesentlich mehr Teilnehmer als zuvor. (Und die Architekten machten es spannend, indem sie das Abgabedatum noch großzügiger ausgelegt haben!)
 
Die Jury bei der Arbeit, 2
Die Jury bei der Arbeit, 1
 
Unter den Beiträgen waren dieses Mal weniger außergewöhnliche Häuser, die die Jury zu irritieren vermochten. Dafür ein breites Mittelfeld sehr ähnlicher Arbeiten, sagen wir: Die weiße Villa mit Flachdach hat sich unter wohlhabenden Bauherren als Nonplusultra durchgesetzt. Das mag man als Erfolg betrachten, aber bei genauerem Hinsehen offenbarte sich doch, dass es immense Unterschiede gibt, welche Balance geschlossene Flächen und Öffnungen eingehen, welchen Kubus sie bilden und welche Zuwendung man den Details gewidmet hat. Ein Fenster ist eben kein zufälliges Loch in der Wand, und ein Haus hört nicht einfach irgendwie am Dachrand auf. Aber die Jury ließ sich nicht von weißen Wänden blenden. Und auch nicht von holzverkleideten Kisten ermüden, von rostigem Stahl abschrecken, Betonwürfeln provozieren, traditionellen Gehäusen langweilen oder organischem Geschlinge verwirren.

Denn es stellte sich auf einmal der stille Konsens heraus, dass man es nicht dabei bewenden lassen wollte, mit ästhetischem Feingefühl das attraktivste Einzelstück auszumendeln. Das Einfamilienhaus ist nicht nur die beliebteste, von Dreivierteln der Bevölkerung ersehnte Wohnform, es ist auch ein Lebensentwurf, der die Gesellschaft durch Landverbrauch, Verkehr und Energieverschwendung beeinträchtigt. Ein paar Kollektoren auf dem Dach, eine Wärmepumpe im Keller und ringsum satte Wärmedämmung kann man als obligatorische Rehabilitation anerkennen, aber sie sind noch kein Beitrag der Architektur.

Deshalb hat die Jury die attraktive Bauaufgabe Einfamilienhaus dieses Mal nicht nur als persönliche Verwirklichung der Bauherrschaft, sondern als Beitrag (oder Eingriff) in einen städtebaulichen Kontext verstanden. Architektur ist auch eine sichtbare und unsichtbare Behauptung für alle, die ein Haus nur von außen oder von Ferne sehen.

Das mag sich etwas rätselhaft lesen. Aber die Auflösung, wenn im September im DAM in Frankfurt der Sieger und neun weitere Anerkennungen bekannt gegeben und in einer Ausstellung gezeigt werden, wird neue Qualitäten des Einfamilienhauses erkennen lassen. Und man kann die 50 besten Beispiele mit nach Hause tragen. Dann erscheint Häuser des Jahres 2012 mit einem Essay von Wolfgang Pehnt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Die 6 Jurymitglieder für den Wettbewerb Häuser des Jahres 2012 (im Bild unten von links nach rechts):

– Dr Wolfgang Bachmann, Herausgeber Baumeister
– Max Dudler, Architekt
– Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architektur Museums
– Thomas Kaczmarek, InformationsZentrum Beton
– Armando Ruinelli, Architekt und Sieger HdJ 2011
– Prof. Dr. Wolfgang Pehnt, Architekturkritiker

Die Jury erschöpft, aber glücklich

Alle Fotos: Rosalie von Boch

 

Die Ausschreibung 2012

Gesucht werden vorbildliche Wohnhauskonzepte, die von hoher architektonischer Qualität zeugen. Kriterien wie Nachhaltigkeit, ein innovativer Einsatz von Materialien sowie ein kreativer Umgang mit der baulichen Situation spielen neben der konsequenten Ausführung eine wichtige Rolle.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in dem Buch „Häuser des Jahres“ im September 2012 veröffentlicht. Darüber hinaus werden die ersten Preisträger in der Welt am Sonntag und in der Architekturzeitschrift Baumeister präsentiert.

Einsendeschluss: 25. Januar 2012

Wettbewerbsbedingungen

  • Teilnahmeberechtigt sind Architekten aus dem deutschsprachigen Raum, die Urheber der eingereichten Projekte sein müssen.
  • Die Häuser sollen nach dem 1. Januar 2009 fertig gestellt und noch nicht in einer Buchpublikation veröffentlicht worden sein.
  • Jeder Teilnehmer kann maximal drei Projekte einsenden.

Preise

Der erste Preisträger erhält 10.000 Euro; drei weitere Büros erhalten eine Auszeichnung.

So nehmen Sie am Wettbewerb teil

Stellen Sie folgende Projektunterlagen zu ihren Wohnhauskonzepten zusammen:

  1. Ausgefüllte Projektformulare (Teilnahmeerklärung und Teilnahmeformular inklusive einer ausführlichen Projektbeschreibung).
  2. Projektpläne: Lageplan im Maßstab 1:1000 sowie als Grundrisse, Schnitte und Ansichten im Maßstab 1:200 als Ausdruck im DIN-A4 oder DIN-A3 Format (lose Blätter).
  3. Fotos: mindestens 8 gedruckte Farbabzüge im Format von circa 20 x 30 cm, die das komplette Haus in seiner Umgebung von außen sowie von innen zeigen.

Senden Sie die Unterlagen an folgende Adresse:

Callwey Verlag
Stichwort „Häuser des Jahres”
Streitfeldstraße 35
D-81673 München

Jury

Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury beurteilt, die sich wie folgt zusammen setzt: Dr.-Ing. Wolfgang Bachmann (Herausgeber Baumeister), Prof. Max Dudler (Architekt), Thomas Kaczmarek (InformationsZentrum Beton), Prof. Dr. Wolfgang Pehnt (Architekturkritiker), Armando Ruinelli (Architekt), Peter Cachola Schmal (Direktor des DAM).

Wir freuen uns auf Ihre Projekte!

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